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Bankenverband: Vorsichtiger Optimismus für 2024

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 13.11.2023, 13:56 Uhr
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Wien [ENA] Unterschiedliche Rezessionsgefahren und Herausforderungen in vielen gesellschaftlichen Bereichen belasten das Wirtschaftswachstum nachhaltig, meint Stefan Schneider, Chief German Economist der Deutschen Bank, beim Ökonomischen Ausblicks des Bankenverbands in Wien. Die Abwärtsrisiken einer Rezession haben auch in Österreich 2023 zugenommen, aber für 2024 darf mit einer langsamen Erholung gerechnet werden.

Die Gründe für die Rezession sind das Ende der Erholung nach der Pandemie, die Schwäche Chinas, der Realeinkommensschock in Österreich aufgrund hoher Inflation und die restriktive Geldpolitik mit negativen Auswirkungen auf Investitionen und Konsum, erläutert Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt der UniCredit Bank Austria. Auch die Inflation bleibt in Österreich höher als im Euroraum. Gründe dafür sind "ein nachlassendes Arbeitsangebot, fehlende Kapazitäten bei Dienstleistungen, höhere Energiepreise aufgrund der angestrebten Klimaneutralität und strukturell höhere Fiskaldefizite." Zu den Risiken und Unsicherheiten für 2024 gehört die Geopolitik, die Energiepreisentwicklung und die Reaktion der Haushalte auf die Geldpolitik.

Daher kann für Österreich 2024 kein reales Wachstum über 1% erwartet werden, unterstreicht Bruckbauer. Positiv sieht er die voraussichtlich sinkende Inflation im kommenden Jahr und das Ende des Zinsanstiegs. Auch das Wahljahr 2024 lässt vieles offen und die europäische Wirtschaft steht sowieso vor komplexen Herausforderungen und strukturellen Veränderungen. Zwar hat in der Vergangenheit die deutsche Industrie ihre Anpassungsfähigkeit immer wieder bewiesen, aber die die Poly-Herausforderungen wie zum Beispiel Energieschock, Rolle des Staates, soziale Konflikte, alternde Gesellschaft, Patchwork-Globalisierung, neues Sicherheitsparadigma und schwächere Global Governance, könnte sich diesmal in deutlich höheren Einbußen bemerkbar machen.

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