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Stuttgart German Masters

Verantwortlicher Autor: Pressebüro Binder Stuttgart, 06.11.2023, 21:04 Uhr
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Stuttgart [Pressebüro Binder] Jedes Jahr im November freuen sich unzählige Pferdesport-Fans auf fünf Tage „Schleyer-Hallen-Zeit“: Das Hallenduo im NeckarPark präsentiert dann einmal mehr zahlreiche prominente und klangvolle Namen im Springen, in der Dressur, im Fahren, bietet attraktive Schaunummern, spannende Nachwuchsprüfungen und das Indoor-Derby der Vielseitigkeit am Eröffnungsabend am Mittwoch.

Die Vorfreude auf das große internationale Reitturnier ist groß und so viel ist sicher: Die Hanns-Martin-Schleyer-Halle wird bei den Prüfungen einmal mehr zum Treffpunkt der Pferdesportler aus aller Welt und ihrer Fans. Die Nachfrage jedenfalls ist groß. „Wir haben – Stand heute – bereits mehr als 40.000 Tickets für die neun Abschnitte verkauft“, so Geschäftsführer Andreas Kroll von der in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft, die das Reitsport-Spektakel in der Landeshauptstadt seit Jahren organisiert.

Die drei wichtigsten Prüfungen des Turniers, bei denen wertvolle Punkte für die jeweiligen Weltcups ergattert werden können, sind im Springen der Große Preis von Stuttgart mit BW-Bank und WALTER solar am Sonntag (ab 15 Uhr) sowie am Samstag ab 12.30 Uhr bei den Vierspännern um den German Driving Masters und ab 17 Uhr in der Dressur Grand Prix Kür. Außerdem ermitteln die baden-württembergischen Sattelcracks am Donnerstag – dem „Tag der Baden-Württemberger“ – ihre Besten im BW-Bank-Hallenchampionat im Springen (20.15 Uhr) sowie im iWEST-Dressur-Cup (15 Uhr). Bereits am Mittwoch um 15 Uhr steht das Finale des Nürnberger-Burg-Pokals der Baden-Württembergischen Spring-Junioren mit Stechen auf dem Programm.

Die Nachwuchs-Wettbewerbe im Piaff-Förderpreis der Dressur oder in der FEI Jumping Ponies Trophy werden am Freitag (8 Uhr) beziehungsweise am Samstag (14.15 Uhr) entschieden. Beim großen Eröffnungsabend am Mittwoch dürfen sich die Besucher ab 19 Uhr auf einen Reittriathlon freuen, bei dem die Teilnehmer aus dem „Ländle“ zunächst einen Spring-Parcours bewältigen, dann am „Schießstand“ mit Lasergewehren zielen – und möglichst treffen – und zum Abschluss am Steuer eines Geländewagens einen „Kegel-Parcours“ hinter sich bringen müssen.

Im Dog-Agility-Wettbewerb zwischen Ponyreitern und bekannten Reiterinnen und Reitern aus Baden-Württemberg, die alle jeweils ein Team mit Hunden bilden, ist zuerst das Können im Sattel gefragt, ehe die Hunde über einen Geschicklichkeitsparcours „fegen“ und oft ihre nach Luft schnappenden Begleiter weit hinter sich lassen. Dabei gehen gleich mehrere Weltmeister an den Start, darunter eine der erfolgreichen Jugendlichen Europas: Zoei Strohäker. Seit ihrem Goldmedaillengewinn im deutschen Jugendteam 2022 in Finnland sammelt sie Titel und Medaillen. Trainerin ist ihre Mama Yvonne Strohäker, Chefin und Ausbilderin in der Paw Kings Park Hundeschule Jettingen.

Schon seit Jahren ist der 54-jährige Franzose Jean-François Pignon der Inbegriff der Freiheitsdressur. Er bringt seine acht bis zehn Pferde durch feine Schwingungen, die jahrelange Übung erfordern, dazu, seinen Anweisungen zu folgen. Sie scharen sich um ihn und gruppieren sich unter seiner Regie zu immer neuen Figuren und Formationen. Jean-François Pignon ist der Ruhepol in ihrer Mitte. Über kleine Gesten erzielt der Meister der sanften Verständigung eine große Wirkung.

Ein großer Publikumsmagnet ist stets die internationale Vielseitigkeitsprüfung zum Abschluss des Eröffnungsabends (21.25 Uhr). In diesem Jahr möchte „Lokalmatador“ und Vorjahressieger Michael Jung (Horb), dreimaliger Olympiasieger und Weltmeister, der zudem sieben Titel bei Europameisterschaften gewann, zum zehnten Mal dieses Hallen-Derby für sich entscheiden. Oder kann ihm gar Julia Krajewski (Warendorf), die erst Reiterin, die eine Olympische Goldmedaille in der Vielseitigkeit gewinnen konnte (2021 in Tokio), den Sieg streitig machen?

Vier Qualifikationen stehen im Laufe des Sommers im Land an, drei Ergebnisse werden pro Reiter gewertet, in diesem Jahr wurde in Waldenbuch, Donaueschingen-Immenhöfe, Bietigheim-Bissingen und Bisingen/Hohenzollern um die Teilnahmeberechtigung am Finale in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle gekämpft. Punktbester war Tim Hoster (Pfullendorf/61 Zähler) vor Tina Deuerer (Eppelheim/60) und den beiden Donaueschinger Geschwistern Leonie (59) und Niklas Krieg (57). Ihr Vater Andreas, heute – zusammen mit Kai Huttrop-Hage (Albführen) und Carsten Rotermund (Münster-Handorf) einer der drei Turnierleiter der Stuttgart German Masters –, konnte übrigens 1997 das BW-Bank-Hallenchampionat gewinnen.

Mit Andy Witzemann (Winterlingen/2017 und 2018), Markus Kölz (Burkhardtshof/2013), Alexander Schill (Ichenheim/2006) und Armin Schäfer (Mannheim/1999) sind vier Reiter qualifiziert, die sich bereits als Gewinner des großen BW-Bank-Finales – quasi die inoffizielle baden-württembergische Hallen-Landesmeisterschaft – feiern lassen durften. „Der BW-Bank-Cup ist die wichtigste Turnierserie im Land, eigentlich in ganz Deutschland, um den uns die anderen Landesverbände beneiden“, hatte Andy Witzemann einmal gesagt, und im gleichen Atemzug seinen und den Dank seiner Kolleginnen und Kollegen ausgedrückt: „Wir sind dem Sponsor Baden-Württembergische Bank deshalb sehr dankbar, dass er uns von Anfang an so toll unterstützt.“

Seit der Premiere des Turniers 1985 ist die BW-Bank Partner und unterstützt auch die vier Qualifikationsturniere im Sommer. Hochkarätige Namen stehen in der Nennungsliste der Springreiter, die sich in Stuttgart wertvolle Punkte für die Qualifikation zum Weltcup-Finale in Riad (Saudi-Arabien) vom 16. bis 20. April 2024 ergattern möchten. An erster Stelle ist der frischgebackene Europameister Steve Guerdat zu nennen. Der Schweizer liegt auf Position fünf der Weltrangliste und wurde mit den Eidgenossen im September in Mailand zudem EM-Sechster. Team-Gold holte in Italien das Team aus Schweden, mit Jens Fredricson sattelt auch ein Mitglied dieser Tre-Kronors-Equipe in Stuttgart.

Pénélope Leprevost (Frankreich), die Nummer 12 der Welt und Mannschafts-Olympiasiegerin von Rio 2016, hat ebenfalls gemeldet. Der Brite Scott Brash holte in London 2012 Team-Gold und 2013 gewann er in Herning EM-Mannschafts-Gold. Der Brasilianer Yuri Mansour triumphierte im Juni überraschend im Großen Preis von Europa in der Aachener Soers und sattelt jetzt in der Schleyer-Halle.

Von den deutschen Top-Stars sind dabei: Hans-Dieter „Hansi“ Dreher (Eimeldingen), der 2013 als erster Baden-Württemberger den Großen Preis von Stuttgart gewinnen konnte, Richard Vogel (Dagobertshausen), im Vorjahr in Stuttgart Sieger im Großen Preis, und Jana Wargers (Bocholt/Belgien), bei der WM 2022 in Herning mit dem Team Fünfte – alle drei ritten in der deutschen Mannschaft, die das Nationenpreis-Finale Ende September in Barcelona gewann. Daniel Deußer (Brüssel), Weltcupsieger 2014 und dreimal Team-Silber bei Europameisterschaften, geht ebenso an den Start wie Pius Schwizer, der dreimal die Schweizer Meisterschaft gewinnen konnte.

Sie ist die erfolgreichste Reiterin der Welt, gewann sieben Mal Olympisches und neun Mal WM-Gold und holte bei Europameisterschaften 20 Titel: Isabell Werth. Die Botschafterin der Stuttgart German Masters ist „Stammgast“ in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle und am Donnerstag, 16. November, in dieser Funktion Studiogast in der Radiosendung „SWR1 Leute Baden-Württemberg“ (10 bis 12 Uhr). In Stuttgart wurde die Rheinbergerin im Grand Prix Special 16 Mal Erste und in der Kür neun Mal.

Dorothee Schneider (Framersheim) ist eine ebenfalls immer wieder herzlich empfangene Reiterin in der Stuttgarter Halle, die mit der deutschen Equipe je zweimal Gold bei den Olympischen Spielen (2016, 2021) und den Europameisterschaften (2017, 2019) sowie 2018 bei den Weltreiterspielen holte. Fabienne Müller-Lütkemeier (Paderborn) konnte 2014 auf D’Agostino FRH hier die Weltcup-Kür gewinnen, der dreimalige Goldmedaillengewinner (Einzel, Team, Kür) der U25-EM 2022, Raphael Netz (Aubenhausen), sowie die U25-Europameisterin (2020) und Deutsche Meisterin der U25 (2021), Ann-Kathrin Lindner (Ilsfeld), die 2018 und 2019 das Finale im iWEST-Cup für sich entscheiden konnte, sind weitere bekannte Namen in der Dressur.

Mit dem „Wunderhengst“ Totilas gewann Matthias Alexander Rath (Kronberg) 2013 die Team-Silbermedaille bei den Europameisterschaften in Rotterdam (Niederlande) und holte 2015 Team-Bronze bei der EM in Aachen. In Stuttgart siegte er 2022 im Grand Prix sowie im Grand Prix Special und wurde damit German Dressage Master. Als Lokalmatadorin will sich Jasmin Schaudt (Albstadt-Onstmettingen), die Ehefrau des zweimaligen Mannschafts-Olympiasiegers (1996, 2000) Martin Schaudt, gut vor ihrem Publikum präsentieren – im vergangenen Jahr erreichte sie Platz drei im Grand Prix und Rang vier im Special.

Die deutschen Farben in der Weltcup-Prüfung der Vierspännern vertreten Mareike Harms (Negernbötel) und Michael Brauchle (Aalen), der die Wildcard der Veranstalter erhält. Beide gehörten bei der WM in Pratoni im Sommer zum deutschen Silber-Team und gewannen auch bei der EM 2021 in Budapest (Ungarn) Team-Silber. Der Schwabe holte zudem 2022 WM-Einzel-Bronze und belegte 2021 sowie 2023 in Exloo (Niederlande) ebenfalls den dritten EM-Rang. Favorit ist jedoch auch in diesem Jahr der sechsmalige australische Weltmeister Boyd Exell, der sich in Stuttgart schon acht Mal als Sieger feiern lassen durfte. Im Februar wurde er in Bordeaux (Frankreich) zum zehnten Mal Weltcup-Sieger, dort holte Ijsbrand Chardon Bronze.

Der Niederländer, sechsmal Weltmeister, trug sich bei den Stuttgart German Masters dreimal in die Siegerliste ein (2007, 2016, 2018). Landsmann Kos de Ronde ließ sich 2011 im Stuttgarter Hallenrund als Sieger feiern und gehörte zum niederländischen Weltmeister-Team im vergangenen Jahr in Pratoni. Vierter Teilnehmer aus dem Ausland ist Jérome Voutaz (44), Automechaniker aus der französischen Schweiz ist. Durch seinen Amateurstatus ist er eine Ausnahmeerscheinung unter den Vierspännerfahrern, er betreibt mit einem Partner eine Garage – die Pferde spannt er nur in seiner Freizeit an. 2022 war er in Stuttgart Zweiter hinter Boyd Exell.

Nicht nur im BW-Bank-Hallenchampionat, sondern auch in den anderen nationalen Prüfungen wird Reitsport vom Feinsten geboten. Im Piaff-Förderpreis der Liselott Schindling Stiftung zur Förderung des Dressurreitsports (Freitag 8 Uhr) liegt das Augenmerk auf dem Nachwuchs, ebenso bei der Finalprüfung um den NÜRNBERGER Burg-Pokal der baden-württembergischen Junioren (Mittwoch 15 Uhr), einer Stilspringprüfung der Klasse M mit Stechen. Bereits zum fünften Mal stehen zwei internationale Springprüfungen der FEI Jumping Ponies Trophy um den Preis der Firma Ensinger Mineral-Heilquellen GmbH auf dem Programm, die am Freitag (15.30 Uhr) und am Samstag (14.15 Uhr) gestartet werden – letztere ist mit Stechen ausgeschrieben.

Über das sportliche Geschehen hinaus, können die Pferdesportfreunde in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle und in der Porsche-Arena an den vielen Ausstellerständen stöbern, sich mit Reitutensilien eindecken oder fast alles „rund ums Pferd“ erwerben. Der Vorverkauf läuft seit Mai, Karten für die neun Veranstaltungsabschnitte des 37. Internationalen Reitturniers Stuttgart German Masters kosten zwischen neun und 63 Euro, Tageskarten zwischen 34 und 83 Euro. Dauerkarten gibt es zum Preis von 179, 231 und 253 Euro. Außerdem gibt es verschiedene Ermäßigungen für Einzeltickets sowie Gruppenangebote. Kinder bis sechs Jahre sind frei, ab sieben Jahre benötigen sie ein Ticket.

Alle Eintrittskarten sind Kombi-Tickets und berechtigen zur kostenlosen An- und Abreise mit den Bahnen und Bussen im gesamten Gebiet des Verkehrs- und Tarifverbundes Stuttgart (VVS). Die Preise verstehen sich inklusive aller Vorverkaufsgebühren, zuzüglich 4,90 Euro Versandkosten und erhältlich über den EASY TICKET SERVICE, Telefon 0711 25555-55, Fax 0711 25555-66, an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie über das Internet www.easyticket.de.

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