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100% sicher gegen Callcenterbetrug - so funktioniert es!

Verantwortlicher Autor: Jochen Behr Bundesweit, 13.11.2023, 22:33 Uhr
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Ausländische Callcenter erbeuten über 1 Milliarde Euro
Ausländische Callcenter erbeuten über 1 Milliarde Euro   Bild: von Robinraj Premchand auf Pixabay

Bundesweit [ENA] Täglich wird mindestens ein Bürger in Deutschland Opfer des so genannten Callcenter Betruges. Auch wenn die Polizei immer wieder über Aufrufe in den lokalen Medien davor warnt, erwischt es mindestens einen pro Tag. Die Dunkelziffer ist um ein vielfaches größer. Dabei kann es so sicher sein!

Das Problem: Nimmt man den Hörer ab und sagt bereits das Wort „ja“, könnte man schon in eine Falle geraten sein und zum Opfer werden. Denn dieses Wort wird von Betrügern benutzt zum Abschluss von Verträgen, es gaukelt ihre Zustimmung vor. Daher, wenn sie schon das Telefon entgegennehmen bei einer Nummer, die sie nicht kennen sollten Sie Ausschließlich das Wort „Hallo“ verwenden. Geben Sie niemals persönliche Daten von ihnen preis, wer sie anruft, sollte sie kennen. Also sagen Sie niemals am Telefon ihren Vornamen, ihren Zu-Namen, ihre Wohnanschrift, ihr Alter, ihre Bankverbindung, ob sie alleine leben oder mit mehreren Personen zusammen, alle solche Fragen sind tabu!

Erstens: wenn Ihnen jemand am Telefon sagt, Sie haben irgendwas gewonnen, sie können sich natürlich darüber freuen, aber sie verifizieren auf keinen Fall ihre persönlichen Daten am Telefon! Also, sie sagen dem gegenüber keinesfalls, wie sie heißen, wo Sie wohnen, ob die Bankverbindung korrekt ist, die er angeblich hinterlegt hat, er kann Ihnen gerne die hinterlegte Bankverbindung nennen, aber sie dürfen keinesfalls von sich aus diese Daten demgegenüber nennen. Denn, wenn sie an einem Gewinnspiel wirklich teilgenommen haben, dann hat derjenige ja ihre Daten und kann Ihnen ihren Gewinn gerne per Post an ihre bekannte Wohnanschrift zusenden, eine Verifizierung über Telefon muss dringenst unterbleiben!

Wenn am Telefon sich Ihnen gegenüber jemand ausweist als ein Polizeibeamter, der sie auf eine mögliche Straftat hinweisen möchte, die nicht sie begangen haben sollen, sondern wo sie womöglich Opfer werden sollen, dann seien Sie beruhigt, solche Szenarien sind frei erfunden! Kein Polizeibeamter ruft bei Ihnen an und warnt sie vor einer möglichen Straftat, wo sie Opfer werden können. Wenn, dann kommt die Polizei persönlich zu Ihnen nach Hause in einem offiziellen Streifenwagen mit einer offiziellen Uniform und weist sich Ihnen gegenüber mit einem Dienstausweis aus.

Das gleiche gilt, wenn ein angeblicher Staatsanwalt bei Ihnen anruft und sie einer Straftat bezichtigt und ihnen droht, wenn sie nicht sofort einen bestimmten Betrag überweisen dann wird es noch schlimmer und kostet noch mehr und sie müssen ins Gefängnis. Auch diese Szenarien sind alle frei erfunden. Wenn sie wirklich irgendwo eine Straftat begangen haben, erhalten Sie entweder Post von der Polizei mit einem Anhörungsbogen, wo sie freiwillig zu einer Vernehmung als Beschuldigter vorgeladen werden, der sie nicht folgen müssen, sondern das Recht haben, einen Anwalt ihrer Wahl zu kontaktieren und ausschließlich mit dem diese Tat zu besprechen. In schlimmeren Fällen natürlich kommt die Polizei unangekündigt zu Ihnen nach Hause.

Wenn ein vermeintliche Verwandter von Ihnen, sei es ein möglicher Enkel oder sonst jemand einen angeblichen Unfall oder sonst eine Notlage Ihnen am Telefon vorgaukelt und sie nicht zu 100 % sicher sind, dass sie diese Person kennen anhand der Telefonnummer, ist auch diese Szenario frei erfunden. Es ist kein Verwandter oder Bekannter von Ihnen, auch wenn die Stimme so ähnlich klingt. Legen sie einfach auf. Auch in allen anderen vorher genannten Fällen sollten Sie, wenn Ihnen das ganze komisch vorkommt, einfach auflegen. Nun habe ich einen Tipp für Sie, wie sie das ganze zu 100 % sicher vermeiden können:

Der Tipp ist so einfach, auch habe ich diesen bereits der Polizei mehrfach vorgestellt, er ist zu 100 % sicher vor diesen ganzen Betrügern, der lautet: Nicht abnehmen! Genau so einfach ist es, sie können niemals zu einem Opfer werden, wenn sie das Telefonat nicht entgegennehmen. Damit sie aber dennoch mit einem eingegrenzten, Ihnen bekannten Personenkreis sicher kommunizieren und auch deren Anrufe entgegen nehmen können, brauchen Sie folgende Hilfsmittel: 1. Das digitale Telefonbuch in ihrem Smartphone oder Festnetz-Telefon. Darin speichern Sie sich alle Telefonnummern ab, mit denen sie regelmäßig telefonieren und die Ihnen bekannt sind von ihrer Verwandtschaft oder Bekanntschaft, die sie von denen persönlich bekommen haben.

Wenn Sie also einen Anruf erhalten von einem Verwandten oder Bekannten, dann steht dieser in ihrem digitalen Telefonbuch und wird Ihnen sofort im Display angezeigt. Dann nehmen Sie das Telefonat entgegen mit dem Wort „ Hallo“ und verifizieren sofort die Stimme des gegenüber, denn sie wissen ja, wer am anderen Ende ist und ob Ihnen diese Stimme dann bekannt vorkommt. Sollten Sie dennoch Zweifel haben, dann fragen Sie noch mal nach, wer jetzt genau am Telefon ist, ohne den Namen des Anrufenden zu nennen, der laut ihrem digitalen Telefonbuch abgespeichert ist. Auch nennen Sie auf keinen Fall ihren Namen, denn ihr Verwandter beziehungsweise Bekannter, der sie anruft, weiß ja, wen er anruft, und sollte ihren Namen nennen.

Was sie aber dennoch wissen sollten, ist, dass Betrüger die Möglichkeit haben, eine x-beliebige Rufnummer Ihnen im Display anzeigen zu lassen, die aber gar nicht die Telefonnummer ist, die sie vermuten. Die Wahrscheinlichkeit, dass jetzt ein Betrüger genau diese Telefonnummer generieren kann von dem Kontakt in ihrem Telefonbuch zu diesem Namen ist sehr unwahrscheinlich. Er müsste also genau wissen, welche Telefonnummer ein bestimmter Verwandter oder Bekannter von Ihnen hat und müsste dann genau diese Telefonnummer generieren und sich für diesen ausgeben. Das kommt in der Regel nicht vor. Aber es besteht ein Restrisiko und daher sollten Sie nach der vorhin beschriebenen Methode auch so ein Telefonat verifizieren.

Wenn Sie Hilfe dabei brauchen, dass Telefonnummern in ihrem Display an ihrem Festnetz Telefon angezeigt werden, hilft Ihnen ein Bekannter oder Verwandter bestimmt weiter. Denn das ist die Voraussetzung für alles. Sie brauchen auf jeden Fall ein Telefon, gerade im Festnetzbereich, dass Ihnen Telefonnummern groß im Display anzeigt. Auch sollten Sie gerade im Festnetzbereich aber auch im Mobilfunkbereich die Rufnummer Übertragung von Ihnen für ausgehende Anrufe nicht sperren, sondern anzeigen lassen, so dass sie nicht anonym bei anderen im Display erscheinen. Im Gegenzug sollten Sie keinesfalls Anrufe annehmen, wo eine Rufnummer Übertragung unterdrückt wird mit anonym. Sowas ist heutzutage unseriös!

Wenn Sie jetzt schon mal alles beachten an Tipps und Ratschlägen, die ich Ihnen genannt habe, ist die Wahrscheinlichkeit schon mal bei 99 %, dass sie niemals Opfer werden von so einem Callcenter Betrug. Aber wir wollen ja 100 % erreichen. Deswegen sind noch ein paar weitere Hilfsmittel dazu notwendig. Gerade im Bereich des Smartphones gibt es da sehr nützliche Programme, die im Hintergrund ihres Telefons laufen bei einer bestehenden Internetverbindung und in Echtzeit Telefonnummern, die bei Ihnen eingehen, überprüfen, ob diese in einer so genannten Blacklist irgendwo gespeichert sind. Das wird Ihnen dann sofort angezeigt mit einem Warn-Hinweis, dass dies ein möglicher Betrugsversuch ist. Den sollten Sie ernst nehmen!

Des weiteren können Sie so ein App in ihrem Smartphone programmieren, zum Beispiel dass alle anonymen eingehenden Anrufe automatisch abgewiesen werden und dass alle Anrufe, die nicht in ihrem Telefonbuch hinterlegt sind automatisch weitergeleitet werden auf eine Mailbox, da kann derjenige dann seinen Namen und den Betreff hinterlassen und sie können das dann in Ruhe abhören und selber entscheiden, ob das seriös ist und der Wahrheit entspricht oder ob es ein Fake ist. Bei Handynummern, die jetzt in der App nicht als Warnhinweis angezeigt werden, die aber auch nicht in ihrem Telefonbuch hinterlegt sind, gibt es noch eine weitere Möglichkeit, wie sie diese verifizieren können. Dazu schreiben Sie eine SMS an diese Mobilfunknummer.

Achten Sie aber darauf, dass es wirklich eine ganz normale Mobilfunknummer in Deutschland ist und nicht eine so genannte Premium Nummer, wo eine SMS teuer abgerechnet wird, im Zweifelsfall unterlassen Sie es. Wenn Sie aber eine SMS hin schicken, dann sollte diese SMS folgenden Inhalt haben: wer sind Sie? Nennen Sie Ihren Namen und den Betreff ihres Anrufes. Wenn sie daraufhin nichts mehr hören hat sich das Ganze erledigt! Sollte derjenige weiterhin versuchen sie anzurufen, ignorieren Sie diesen Anruf. Wenn derjenige Ihnen eine SMS zurück schickt mit einem plausiblen Inhalt, der Ihrer Meinung nach Sinn macht, dann können Sie entweder eine weitere SMS schicken und weitere Informationen abfragen oder sie rufen diese Nummer zurück.

Das ganze ist nicht ganz ungefährlich, daher sollten Sie im SMS Verkehr mit demjenigen genau nachfragen, wer er ist und warum er mit dieser Rufnummer anruft und wenn er angibt, ein Verwandter oder Bekannter zu sein und er hätte jetzt eine neue Mobilfunknummer, unter der er erreichbar ist, dann glauben Sie dem erst mal nicht! Denn sowas ist auch ein Trick, dass jemand angibt, mit einer neuen Mobilfunknummer, ein Verwandter von Ihnen zu sein und deswegen nicht in ihrem Telefonbuch erscheint. Daher muss er Ihnen dies glaubhaft und plausibel per SMS erklären, und sie entscheiden dann, ob sie dem glauben oder nicht, im Zweifelsfall eher nicht.

Um Zweifel von Ihnen auszuräumen, stellen Sie Test Fragen, wenn sie zum Beispiel der Meinung sind ein Markus, ein Bekannter aus dem Telefonbuch ist am anderen Ende, dann fragen Sie nach und nennen dabei einen anderen Namen. Also nicht Markus, sondern zum Beispiel Thomas. Wenn der andere das dann bejaht und sagt genau ich bin’s Thomas dein Enkel, dann wissen Sie auch dies ist ein Fake! Wenn aber derjenige ihre Test Frage richtig beantwortet und sagt „Nein wieso Thomas, ich heißt doch Markus“, dann ist das schon mal ein weiteres Indiz dafür, dass derjenige kein fähig ist. Sie können aber noch weitere Test Fragen stellen zum Beispiel wenn sie wissen, wo Markus wohnt, dann nennen Sie einfach mal einen anderen Ort.

Nur über solche Test Fragen können Sie letztlich dann eine hundertprozentige Garantie bekommen, dass derjenige mit der neuen Rufnummer auch wirklich derjenige ist, der sich dafür ausgibt. Weitere Test Fragen sind zum Beispiel auch das Geburtsdatum und eine Frage nach einer gemeinsamen Erinnerung. Zum Beispiel wo waren wir vor einem Jahr genau an diesem Tag? Das sollte natürlich dann eine Erinnerung sein, die derjenige auch ganz sicher noch weiß. Also lassen Sie sich hier ruhig Zeit und testen Sie den Gegenüber. Denn es geht um ihre Sicherheit und nicht um seine.

Eine weitere Möglichkeit zu einer 100 % sicheren Verifizierung ist, wenn derjenige Ihnen auch eine bekannte Festnetz Nummer besitzt. Dann legen Sie auf und wählen den Vermeintlichen über seine Festnetz Nummer zu Hause an. Dann können Sie mit ihm über Festnetz die Verifizierung durchführen und bei positiven Ergebnis die neue Mobilfunknummer in ihr Telefonbuch aufnehmen und die alte löschen. Aber das ganze funktioniert auch bei Anrufern, die jetzt keine Privatperson sind, sondern sich für ein Unternehmen ausgeben, zum Beispiel für die Polizei. Dann fragen Sie einfach nach, von welchem Ort der Polizist aus anruft oder wenn sich ein Mitarbeiter eines Finanzamtes oder einer anderen Behörde dafür ausgibt, erfragen Sie einfach den Ort und Namen.

Auch hier gibt es wieder ein Trick, den sie kennen müssen. Betrüger kennen das natürlich und sagen Ihnen, dass sie gerne über eine Festnetz Nummer dann zurückrufen können, um im Zweifelsfall eine Verifizierung durchzuführen, diese nennen Ihnen dann eine direkte Durchwahl. Diese Durchwahl muss aber nicht zwangsläufig die richtige Festnetznummer dieser Behörde sein. Daher müssen Sie dies verifizieren. Die 100 % sicherste Methode hierbei ist es, nicht direkt die Durchwahl dann anzurufen, sondern die Vermittlung, sie recherchieren also zum Beispiel über das Internet nach der Telefonzentrale des Unternehmens und lassen sich dann zu dem Mitarbeiter durch stellen, der sie angeblich angerufen haben soll.

Kennt ein Mitarbeiter der Telefonzentrale nicht den Namen des Mitarbeiters, der angeblich in diesem Unternehmen arbeiten soll ist das ein sicheres Indiz dafür, dass auch dieser Anruf ein Fake war. Denn Mitarbeiter einer Telefonzentrale haben über ihre Rechner Zugriff auf eine Datenbank, wo alle Mitarbeiter darin verzeichnet sind, auch mit deren Durch-Wahlen. Diese können jederzeit zu einer Durchwahl von der Zentrale aus verbinden. Also lassen Sie sich auch in diesem Fall bitte nicht in das Bockshorn jagen!

Wenn Sie eine Telefonnummer, zum Beispiel eine Festnetz Nummer auf ihrem Display sehen, die sie aber nicht kennen, dann gehen Sie erst einmal nicht ran. Nutzen Sie dann eine App, die im Hintergrund in Echtzeit diese Festnetz Nummer in einer online Datenbank überprüft, ob diese irgendwo einer Privatperson oder einem Unternehmen zu zu ordnen ist. Sollte dies nicht gelingen, können Sie diese Recherche auch manuell über eine Suchmaschine durchführen. Dazu gibt es auch spezielle Seiten wie zum Beispiel „wer ruft an“, geben Sie das einfach in eine Suchmaschine ein und ihnen werden diverse Spezialseiten angezeigt, die solche Telefonnummern überprüfen, ob diese bereits bekannt sind und womöglich unlautere Telefon Werbung beinhalten.

Also, ich fasse jetzt einmal zusammen: um eine hundertprozentige Sicherheit zu haben, dass sie niemals Opfer eines Callcenter Betruges werden nehmen Sie niemals Anrufe an, von Telefonnummern, die nicht in ihrem Telefonbuch hinterlegt sind. Alle Telefonnummern, die sie in ihrem Telefonbuch hinterlegt haben, haben Sie persönlich verifiziert mit dem gegenüber, dem diese Telefonnummer gehört. Sie pflegen regelmäßig dieses Telefonbuch und aktualisieren dieses Telefonbuch. Telefonbuch. Einträge, die sie mehr als ein Jahr nicht benutzt haben, rufen Sie an und verifizieren diese, ob diese Telefonnummer noch aktuell ist. Sie gehen weder an anonymen Anrufern ran noch an ausländische Telefonnummern noch an irgendwelche Ihnen unbekannte Rufnummern.

Gerade wenn sie schon etwas älter sind, sprechen Sie dieses Thema offen an in ihrer Verwandtschaft. Suchen Sie sich einen technisch versierten jüngeren Menschen in ihrer Verwandtschaft aus, der mit ihnen zusammen die gesamte Technik von ihrem Festnetz Telefon oder Smartphone mit diesen technischen Hilfsmitteln ausstattet und diese programmiert. Auch suchen Sie sich ein oder mehrere Personen aus in ihrem Verwandtschaft- oder Bekanntschaftskreis, die sie immer als Kontakt Person anrufen können, wenn sie Hilfe benötigen, sei es Hilfe wegen eines dubiosen Anrufes oder einer anderen Sache. Denn nur wer alleine ist, kann potentielles Opfer werden!

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